31
Jan
2011

Versuchung.

Ich bin verliebt! Es war Liebe auf den ersten Blick, das kann ich guten Gewissens sagen.

Jeder kennt dieses Ohnmachtsgefühl, das Gefühl des Entzückens, das bedingungslose Annehmen von allem, auch das Zulassen und Lieben der vermeintlich kleinen Makel, ist mir und Ihnen sicherlich bekannt. Das Befremdende ist, dass ich mich entgegen aller Vorlieben in eine „SIE“ verliebt habe. Richtig gehört. Jeder der mich ein wenig kennt, müsste just in diesem Moment ein ziemlich blödes, fragendes Gesicht ziehen. Und ich sage Ihnen, es ist angenehm, eine völlig neue Erfahrung. Ein Gefühl des Angekommen-Seins, keine stressigen Diskussionen, man akzeptiert sich gegenseitig. Es scheint eine wunderschöne Symbiose unserer beider Seelen zu sein. Der Wirt hat seinen Parasit gefunden, so scheint es...

Meine Liebste...

Sie ist recht groß und überzeugt voll und ganz durch ihr Erscheinungsbild. Es ist dieses Einzigartige, die Vielfalt die sie verkörpert, selbst ihre vermeintlichen Makel machen sie liebenswert und wunderschön. Ich habe Sie bis dato nur dreimal getroffen, doch schon die erste Begegnung an einem klaren Novemberabend war prägend und perfekt. Wie sie sich da so vor mir aufbäumte, diese glitzernde, reine Gestalt. Mit dieser vollendeten Silhouette, die sie wie selbstverständlich zur Schau trägt. Sie war an diesem Abend ganz in schwarz gekleidet, lediglich kleinste hellere Stellen ließen Blicke auf ihre wahre, am Tage noch deutlich hervorstechendere Schönheit zu. Sie verstand es sich zu zieren, sich in den ersten Momenten der Begegnung geheimnisvoll und rar zu geben. Kurz um, sie verstand es mich und meine Sinne in ihren Bann zu ziehen und dieses „Lust auf mehr Gefühl“ in mir hervorzurufen. Sie sehen, ihre Umgarnungstaktik ist nahezu fehlerfrei, vielleicht auch ein wenig berechnend, denn sie liebt es im Zentrum des Geschehens, des restlichen Lebens um sie herum zu stehen. Man könnte sagen, sie duldet keine Konkurrenz in ihrer Nähe. Dabei ist sie in nicht allzu weiter Ferne von vielerlei schönen Antlitzen umgeben, die keineswegs dazu verdammt wären, sich in ihren Schatten stellen zu müssen…

Doch, eigentlich schon… denn da ist dann noch dieser Geruch…

… Ihr Geruch…dieser Geruch, der mir heute noch jedes Mal in die Nase steigt wenn ich meine Augen schließe und sehnsüchtig auf ein weiteres Treffen warte. Dieser Geruch der so ganz spezifisch ist und mich ein wenig um den Verstand zu bringen vermag… Eine Mischung aus ihrem ganz eigenständigen, klaren Geruch ohne bestimmte Note, der jedoch so eine Reinheit mit sich bringt, dass man meint, man würde irgendwo in der Natur stehen. Man möchte einfach tief einatmen und alles aufnehmen, was einem da unter die Nase kommt…und daneben ist eine angenehme Süße zu vernehmen, eine Süße die nicht nur an Maroni denken lässt…

Sie ist die Frau mit der ich meine Zukunft verbringen will. Mit der ich testen will, ob die von mir so angedeutete, vollkommene Symbiose, Wirklichkeit ist. Ich gebe uns eine Chance und habe das Gefühl, dass es etwas Großes, etwas Gutes, etwas Beständiges werden kann.

Zürich, ich liebe dich!
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