3
Apr
2011

I've got to tell you my tale …

Es war ein heißer Sommer letztes Jahr. Ein anstrengender Sommer. Es wurde gelacht, geliebt, diskutiert und letztendlich verloren.

Er hatte sie abserviert. Abserviert, auf eine Art und Weise wie man es keinem wünscht. Per Sms, mit einer Begründung die einfach lächerlich war. So lächerlich, dass sich nach anfänglicher Wut, nur noch Trotz in ihr breit machte.

Trotz, der sie dazu veranlasste sich mit anderen Männern zu treffen. Zum einem, um ihm zu zeigen, dass sie keineswegs auf ihn angewiesen ist, zum anderen, um in dieser Zeit des mangelnden Selbstbewusstseins und der Selbstzweifel, Bestätigung zu finden. Bestätigung, die sie bitter nötig hatte, denn Frauen neigen ja im Allgemeinen dazu, die Fehler nur bei sich zu suchen, wenn eine Beziehung – nein, so konnte man das, was zwischen ihnen war nicht nennen – wenn sich eine aufkeimende Pflanze, doch nicht zu einer wunderschönen, prachtvollen Blüte entwickelt.

Also traf sie sich mit verschiedenen Männern um schließlich doch feststellen zu müssen, dass diese nicht annähernd dem entsprachen, was zu finden sie versucht.

Lediglich ein ihr fast Unbekannter hat ihr Interesse geweckt. Sie schrieb schon seit längerem mit diesem Typen auf diversen Internetplattformen.

Bei Ihm hatte sie von Anfang an ein gutes Gefühl. Sie hatten neben dem gleichen Musikgeschmack, viele weitere Gemeinsamkeiten, was sie faszinierte.

Das Einzige was sie davon abhielt sich mit diesem Unbekannten, der ihr zu diesem Zeitpunkt schon sehr vertraut war, da man sich abendlich über das World Wide Web unterhielt, zu treffen, war ihr durch Typ Nr. 1 hervorgerufenes mangelndes Selbstbewusstsein.

Dieser Mann, der da am anderen Ende der Leitung saß, das sich nicht mal in der unmittelbaren Nähe von ihr befand, sondern 600 km südlich, schien durch sein Auftreten im Netz schon zu perfekt zu sein, als dass sie da mithalten könnte.

Nichtsdestotrotz entschied sie sich nach langem hin und her und vielen „Unterhaltungen“ später, doch nach einem Treffen zu fragen. Immerhin hatte er schon des Öftern durchklingen lassen, dass man sich doch mal auf einen Wein treffen könne.
Man machte also ein Datum aus und plante.

Ein Abend in der Rhein-Metropole sollte es werden, der Wein sollte von ihr mitgebracht werden und man wollte sich gemütlich ans Wasser setzen. Das klang nach einer perfekten Abendgestaltung und machte ihn umso sympathischer.

Gesagt, geplant, wurde sie zunehmest nervöser, je näher das Treffen kam. Wie gesagt, ihr Selbstbewusstsein war angeknackst.

Was, wenn er sie mies finden würde, was, wenn er sich nach einer halben Stunde mit einer lächerlichen Ausrede aus dem Staub machen würde? Was, wenn sie dem Bild, das er sich von ihr gemacht hat, nicht annähernd entsprechen würde. Nervosität, fast schon Angst kam in ihr auf.

Um diesen Gefühlen entgegenzuwirken, beschloss sie, wenigstens perfekt aussehen zu wollen.

Leider ist es ja dann immer so, dass es grade in diesen Momenten, wo es so wichtig scheint, perfekt zu sein, daneben geht. Sie hatte sich extra ein neues Kleid gekauft, ein wirklich passendes, nicht overdressed, nicht zu sexy, sodass es direkt nur das eine ausstrahlen würde, nein es war perfekt. Knielang, mit kleinen Blümchen, trägerlos, was auf der gebräunten Sommerhaut gut zur Geltung kommen würde.

Am besagten Abend im August letzten Jahres zog sie es also an, ihr dem Anlass und Mann entsprechendes Kleid. Sie wollte sich nur noch schnell die Nägel lackieren und sich dann auf den Weg machen um zum Treffpunkt zu fahren.

Alles schien perfekt, sie fand sich schön, richtig schön, als….

ja, als sie Dussel sich den kompletten Nagellack über das neue Kleid schüttete. Jetzt hieß es ruhig zu bleiben, in einer Stunde musste sie da sein…

Es wurde der Nagellackentferner gesucht, gerubbelt und geschrubbt. Der Lack ließ sich entfernen, übrig blieb der stechende Geruch. Ein Geruch den man beim besten Willen keinem antun konnte. Also schnell umziehen.

Nun füllte sie sich nur noch halb so schön, halb so sicher…

Mit leichten Magenschmerzen setzte sie sich in den Zug und fuhr nach Köln.

Selten war sie so aufgeregt, eigentlich noch nie. Dieser Mann war ein Phänomen.

Sie malte sich auf der kurzen Zugfahrt von zwanzig Minuten, die schlimmsten Horrorgeschichten aus, ihr Hals schnürte sich immer weiter zu und sie befürchtete, gleich kein Wort herauszubekommen. Was schwer vorstellbar ist, denn, wer sie gut kennt, weiß, dass Nervosität ihren Wortgebrauch rapide ansteigen lässt und dass das Gegenüber kaum noch Chancen hat zu Wort zu kommen.

Angekommen in Köln ließ er erst mal auf sich warten, was sie direkt zum Anlass nahm zu denken, er würde sie versetzen.

Letztlich kam er einfach nur ein paar Minuten später.

Und er, der da zu spät kam, ließ ihr Herz höher schlagen. Ein schöner Mensch, groß, blaue Augen, schöne Hände, verschmitztes Lächeln, warme Stimme. Er wirkte kein bisschen nervös, nur etwas hibbelig ob des Alkohols den er im Voraus mit seinen Freunden getrunken hatte.

Irgendwie machte ihr das ein wenig Angst, denn selbstsichere Menschen hemmen sie anfangs immer und das könnte schon das vorläufige Aus des Dates bedeuten. Jetzt hieß es das Unsicherheitsgefühl herunterzuspielen, diesen Mann irgendwie von ihr zu überzeugen. Koste es was es wolle.

Die beiden beschlossen, etwas zu trinken zu kaufen und sich an den Rhein zu setzen um sich näher kennenzulernen. Glücklicherweise hatte man, dank der Internetunterhaltungen, Themen an die man anknüpfen konnte, sodass unangenehme Schweigemomente, die es manchmal bei Verabredungen gibt, ausblieben. Es war ein schöner Abend, man sprach über Gott und die Welt. Die Ansichten von Beziehungen, Liebe, Romantik, über Politik, einfach über alles, nur nicht über Oberflächlichkeiten, was sie zutiefst beeindruckte und diesen Unbekannten noch interessanter machte. Man redete und redete…

Mittlerweile war es schon spät nach Mitternacht. Da sie beide eine nicht geringe Anzahl Bier getrunken hatten, war klar, dass er auf keinen Fall mehr Auto fahren konnte, also beschloss er in seinem Auto, welches er in der Nähe geparkt hatte zu nächtigen. Sie zeigte sich solidarisch und bot, ohne zu wissen, ob er dies überhaupt will, an, ihm Gesellschaft zu leisten.

Dabei hatte sie, ja, das muss sie zugeben auch Hintergedanken. Sie wollte diesen Mann nicht einfach so ziehen lassen, diesen Mann, der sie die letzten Stunden so fasziniert hat, dass sie es schon bereute ihn nicht schon viel früher getroffen zu haben – unter anderen Umständen, als er noch nicht weit weg wohnte und sie noch ein anderer Mensch war. Ein Mensch, der wusste was er wollte, selbstsicher, unbekümmert und offen gegenüber allem und jedem war. Der sich nicht dauernd Gedanken darüber machte, wie er wirkt, ob er perfekt ist, der einfach nur ausgelassen lebte. Der Mensch, der nicht wenige Monate zuvor zutiefst verletzt wurde und deshalb dauernd an sich zweifelte.

Leider war sie nicht mehr dieser Mensch und so traute sie sich zwar, ihm das Angebot zu unterbreiten bei ihm im Auto zu schlafen, traute sich aber nicht ihn zu küssen, was sie damals, im Sommer, gerne getan hätte.

Stattdessen lag sie die ganze Nacht mit Herzklopfen neben ihm... ihm, der mittlerweile tief und fest schlief, und hoffte, dass er sich am nächsten Morgen wenigstens für den Abend bedanken würde und ein weiteres Treffen nicht ausschließen würde…

Das wünschte sie sich wirklich!

Am nächsten Morgen trank man noch einen Kaffee unterhielt sich und verabschiedete sich mit dem Versprechen sich auf jeden Fall noch mal zu sehen, sei es bei ihr oder bei ihm.

Doch statt sich über den Ausgang des Abends zu freuen, machte sie sich nur Gedanken darüber, ob er das wirklich ernst meinte und weshalb er sie nicht geküsst hatte, denn die Mails im Voraus ließen schon darauf schließen, dass es auch in diese Richtung gehen würde –Sex – Nicht unbedingt an diesem Abend, aber Allgemein.

Letztlich war sie froh, keine Anstalten gemacht zu haben ihn zu verführen, denn sie mochte diesen Typen. Gott, ja, das tat sie.

Sie mochte ihn so, dass ihr die Vorstellung, er würde bald wieder das Land verlassen und es würde eine halbe Ewigkeit dauern bis man sich wieder sehen würde, einen stechenden Schmerz in der Brustgegend hervorrief.

Selten, nein, nie, hatte sie dieses Gefühl nach nur einem Treffen, oder auch nach mehreren Treffen, sogar nach längeren Affairen, bei einem Mann. Sie glaubte nicht an ein Gefühl von „Liebe“ auf den ersten Blick, dafür ist sie zu rational. Daher redete sie sich ein, dass er dieses Gefühl nur in ihr hervorrief, weil sie mit etwas über Mitte zwanzig endlich ankommen wollte, dieses ewige Suchen nach dem Richtigen satt hatte. Ein typischer Fall von Selbstbetrug.

Tatsache ist, dass er ihr einfach nicht aus dem Kopf ging. Der erste und letzte Gedanke eines Tages galt ihm, tagein, tagaus dachte sie an ihn, wie er da saß in seiner Lederjacke, rauchend, andächtig erzählend – und wie er lächelte. Wie er verliebt über seine neue Heimat sprach, stolz seine Aufenthaltsbewilligung zeigte…

Heute ein gutes halbes Jahr und zwei weitere Treffen, später, ist sie immer noch am selben Punkt wie damals.

Sie war bei ihm, in seiner neuen Heimat, hat dort zwei Wochenenden verbracht, sich bei ihm eingenistet, ohne zu wissen ob er sich wirklich freute, obwohl er das immer beteuerte. Sie haben sich Städte angeschaut, gelacht, geredet, geküsst…

Bei ihr stellt sich direkt wieder das Gefühl des Angekommen-Seins ein, sie fühlte sich wohl, hätte Tage mit ihm verbringen können…

Konnte, und das kann sie eigentlich nie, (konnte sie auch nie in ihren vergangenen Beziehungen) sie konnte bestens bei ihm schlafen. Da war kein ewiges räkeln, wachliegen, sie war ruhig, atmete ruhig. Da war zwar eine gewisse Nervosität, aber sie schlief….schlief so gut, wie sie es nicht mal in ihrem Bett zuhause kann.

Ein gutes Zeichen, für sie ein weiteres Zeichen, dass dieser Mann etwas Besonderes ist. Das Besondere, was zu halten, zu erobern, um das zu kämpfen es lohnen würde.

Selbst das ist etwas was sie nie zuvor tat – kämpfen!

Sie wurde erobert oder ging einfach Beziehungen ein, in der Hoffnung es würde sich schon alles richten, die Gefühle würden schon irgendwann in die richtige Richtung gehen.

Doch dann kam er…

Er, der ihr ganzes Gefühlsleben auf den Kopf stellt, der sie verwirrt wirken lässt, der in ihr ein Gefühl der Wärme, Unsicherheit und Verzweiflung hervorruft, der sie zu einer verknallten, teils selbsterniedrigenden Frau verwandelt hat.

Zu einer jenen Frauen mutieren lässt, die sie immer nur verachtete, die sie früher zurechtwies, wenn sie sich mal wieder an Typen klammerten, die offensichtlich, aus welchen Gründen auch immer nicht gut für sie waren. Die obwohl sie genau wussten, dass es ausweglos war, ihre Reize und Dienste anboten, um ihn übers Bett, den Sex, doch noch zu überzeugen, beziehungsweise den Mann so versuchten an sich binden zu können .

Zu solch einer Frau, wie sie sie verachtete, ist sie nun geworden.

Sie will ihn und macht Dinge, die zu träumen sie niemals gewagt hat. Sie bietet ihm auf die gleiche, erniedrigende Art und Weise ihren Körper an, aber nicht allein, weil sie ihn an sich binden will, sondern weil er sie auch reizt. Sie gehört noch nicht vollends zur Gattung der hirnlosen, liebestollen Frauen…

Sie mag ihn, sie mag ihn sehr, sie könnte sich durchaus etwas Ernstes mit ihm vorstellen. Sie reizt aber auch das Körperliche. Sie will ihn wieder spüren, sehen, ob die geistige Verbundenheit, auf die körperliche überspringt. Sie will es wissen, testen, sehen was kommt… Denn sie weiß, dass, auch wenn man einen Menschen durch Sex nicht unbedingt immer gewinnen kann, er sehr überzeugend wirken kann. Sie überzeugend wirken kann.

So schlug sie ihm genau das vor, quasi Freundschaft plus…in der Hoffnung, dass….

und er, er …

ja, sie weiß es nicht. Er äußert sich nicht mehr, hat das Interesse an ihr, an der Jagd verloren…

So bleibt ihr nur, abzuwarten, auf eine Antwort zu hoffen, die sie akzeptieren kann….

und während sie wartet und weiß, dass es ausweglos ist, hört sie History von The Verve, der Song, der sie jedes Mal an ihn denken lässt, der so verletzlich klingt, wie sie sich fühlt, der sie zum Weinen bringt, der aber auch schöne Bilder in ihrem Kopf hervorruft…

wie er da sitzt, rauchend, erzählend, lächelnd…mit seinen blauen Augen.

18
Feb
2011

Goodbye Logik.

Einmal im Jahr muss man zur Pflichtroutineuntersuchung beim Zahnarzt. Und wenn der Besuch an sich nichts Aufmunterndes hat, so aber die dort ausliegenden Klatsch- und Tratschblätter, die man sich sonst bewusst selten zu Gemüte führt. Diese sind im höchsten Maße eine recht belustigende Abwechslung. In einer nicht unbekannten Frauenzeitschrift heisst es, dass man als sexueller Autist gilt, wenn man als Frau in den Zwanzigern nicht mindestens jede Woche einen fremden Typen in ihr Bett lässt. Nun gut, erstens bin ich dann wohl ein Autist, was ich bis dato nicht wusste und zweitens, was soll diese Behauptung überhaupt?! Ist es nicht vielmehr eine Auszeichnung, wenn man nicht jeden dahergelaufenen Mann abschleppt? Zeugt das nicht eher von einem starken Charakter, besser von einem gewissen Anspruch, den man für sich und sein Bett festgelegt hat?

Diese zwischenmenschliche Ebene ist ja nun an sich schon eine komplizierte Sache und irgendwie scheint sie sich immer komplizierter zu gestalten je älter man wird. Dann bauen genau solche Artikel noch mehr Druck auf und lassen einen unumstößlich nachdenken, ob mit einem selbst etwas nicht stimmt…bzw, ob gerade alles stimmt, weil man mit etwas über Mitte zwanzig nicht mehr alles mitmachen muss, und will…

Natürlich haben die Autoren des Artikels im gewissen Maße Recht, man lässt Chancen an sich vorbeiziehen, die vielleicht etwas Großes hätten werden können. Jeder kennt das, man lernt jemanden kennen, ist von dem was er sieht begeistert, denkt an Sex, will anfänglich auch nicht mehr, doch dann…Man lernt ihn/sie besser kennen, stellt Gemeinsamkeiten fest, fängt an den/diejenige zu mögen und schon ist der Sexgedanke nebensächlich, nicht ganz natürlich, man will im Prinzip nichts anderes, eine hemmungslose, schmutzige Kopulation…. aber, irgendwie zu diesem Zeitpunkt auch schon mehr… Sicherheit, die Gewissheit, dass man am Leben des anderen teilhaben darf, dass man nicht nur zu einem kurzen Stelldichein bestellt wird. Jetzt ist für die Meisten, wohlgemerkt für die meisten Frauen, der Augenblick des Rückzugs gekommen. Und dass, ohne auf ihre Kosten gekommen zu sein. Verrückte Welt! Wahrscheinlich muss man die Gelegenheit doch direkt beim Schopfe packen.

Vielleicht sucht man einfach zu sehr nach dem großen, vollendeten Glück, wahrscheinlich auch so eine end-zwanziger Masche, und schlägt, kleine, sich ergebende Gelegenheiten, aus Angst der Situation, dem was an Emotionalität folgen könnte, dem Gefühl eventuell verfallen zu können, aus.

Man merkt erst im Nachhinein, dass so eine unkomplizierte, zwanglose „Beziehung“ schön gewesen wäre, einfach, weil der Moment, die vielleicht sich häufenden Momente in diesem Augenblick perfekt gewesen wären und einen glücklich gemacht hätten…jetzt bereut man, dass man die Chance verpasst hat und das schmerzt manchmal viel mehr. Schlimmer noch, die Situationen lassen sich nicht wieder herstellen, so sehnlichst man es sich auch wünscht.

…manchmal sollte man einfach, über seine Ansprüche, Vorstellungen, kleine Hindernisse, wie Unwohlsein, oder auch Migränezustände (was manch Frau zum Anlass nimmt) hinwegsehen, sich einfach hingeben….

…manchmal sollte man eine Sache einfach laufen lassen, dem Herz Paroli bieten, es in den ersten Begegnungen zum Schweigen bringen, denn manchmal, nicht oft, kann aus anfänglicher purer Fleischeslust, aus dem vermeintlich „halb-garen“ etwas Wunderbares werden.

Sei es eine längerfristige Affäre, Beziehung oder einfach die Erinnerung eine schöne Zeit gehabt zu haben.

Also, nicht dem Anspruch der Zeitschrift gerecht werden und wöchentlich fremdkopulieren, aber schon die Augen aufhalten!

Mit der schockierenden Erkenntnis, dass ich durchaus Potential zur Klatsch-und Tratsch-Redakteurin habe, verabschiede ich mich und widme mich wieder den wichtigen Dingen des Zeitgeschehens.

16
Feb
2011

Erstrebenswert.

Was ich heute schön fand. So sollte es sein, irgendwann, mit irgendwem....


altes_Paar_Liebe

31
Jan
2011

Versuchung.

Ich bin verliebt! Es war Liebe auf den ersten Blick, das kann ich guten Gewissens sagen.

Jeder kennt dieses Ohnmachtsgefühl, das Gefühl des Entzückens, das bedingungslose Annehmen von allem, auch das Zulassen und Lieben der vermeintlich kleinen Makel, ist mir und Ihnen sicherlich bekannt. Das Befremdende ist, dass ich mich entgegen aller Vorlieben in eine „SIE“ verliebt habe. Richtig gehört. Jeder der mich ein wenig kennt, müsste just in diesem Moment ein ziemlich blödes, fragendes Gesicht ziehen. Und ich sage Ihnen, es ist angenehm, eine völlig neue Erfahrung. Ein Gefühl des Angekommen-Seins, keine stressigen Diskussionen, man akzeptiert sich gegenseitig. Es scheint eine wunderschöne Symbiose unserer beider Seelen zu sein. Der Wirt hat seinen Parasit gefunden, so scheint es...

Meine Liebste...

Sie ist recht groß und überzeugt voll und ganz durch ihr Erscheinungsbild. Es ist dieses Einzigartige, die Vielfalt die sie verkörpert, selbst ihre vermeintlichen Makel machen sie liebenswert und wunderschön. Ich habe Sie bis dato nur dreimal getroffen, doch schon die erste Begegnung an einem klaren Novemberabend war prägend und perfekt. Wie sie sich da so vor mir aufbäumte, diese glitzernde, reine Gestalt. Mit dieser vollendeten Silhouette, die sie wie selbstverständlich zur Schau trägt. Sie war an diesem Abend ganz in schwarz gekleidet, lediglich kleinste hellere Stellen ließen Blicke auf ihre wahre, am Tage noch deutlich hervorstechendere Schönheit zu. Sie verstand es sich zu zieren, sich in den ersten Momenten der Begegnung geheimnisvoll und rar zu geben. Kurz um, sie verstand es mich und meine Sinne in ihren Bann zu ziehen und dieses „Lust auf mehr Gefühl“ in mir hervorzurufen. Sie sehen, ihre Umgarnungstaktik ist nahezu fehlerfrei, vielleicht auch ein wenig berechnend, denn sie liebt es im Zentrum des Geschehens, des restlichen Lebens um sie herum zu stehen. Man könnte sagen, sie duldet keine Konkurrenz in ihrer Nähe. Dabei ist sie in nicht allzu weiter Ferne von vielerlei schönen Antlitzen umgeben, die keineswegs dazu verdammt wären, sich in ihren Schatten stellen zu müssen…

Doch, eigentlich schon… denn da ist dann noch dieser Geruch…

… Ihr Geruch…dieser Geruch, der mir heute noch jedes Mal in die Nase steigt wenn ich meine Augen schließe und sehnsüchtig auf ein weiteres Treffen warte. Dieser Geruch der so ganz spezifisch ist und mich ein wenig um den Verstand zu bringen vermag… Eine Mischung aus ihrem ganz eigenständigen, klaren Geruch ohne bestimmte Note, der jedoch so eine Reinheit mit sich bringt, dass man meint, man würde irgendwo in der Natur stehen. Man möchte einfach tief einatmen und alles aufnehmen, was einem da unter die Nase kommt…und daneben ist eine angenehme Süße zu vernehmen, eine Süße die nicht nur an Maroni denken lässt…

Sie ist die Frau mit der ich meine Zukunft verbringen will. Mit der ich testen will, ob die von mir so angedeutete, vollkommene Symbiose, Wirklichkeit ist. Ich gebe uns eine Chance und habe das Gefühl, dass es etwas Großes, etwas Gutes, etwas Beständiges werden kann.

Zürich, ich liebe dich!
logo

Sprachkürze gibt Denkweite

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Archiv

Mai 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 

Aktuelle Beiträge

I've got to tell you...
Es war ein heißer Sommer letztes Jahr. Ein anstrengender...
Sprachkürze gibt Denkweite - 3. Apr, 09:35
Versuchung.
Ich bin verliebt! Es war Liebe auf den ersten Blick,...
Sprachkürze gibt Denkweite - 24. Feb, 14:20
Goodbye Logik.
Einmal im Jahr muss man zur Pflichtroutineuntersuchung ...
Sprachkürze gibt Denkweite - 18. Feb, 15:30
Erstrebenswert.
Was ich heute schön fand. So sollte es sein, irgendwann,...
Sprachkürze gibt Denkweite - 16. Feb, 16:06

Links

Mein Lesestoff


Melinda Nadj Abonji
Tauben fliegen auf: Roman


Heinrich Steinfest
Gewitter über Pluto: Roman


Christian Kracht
Faserland: Roman


Nick Hornby
A Long Way Down

auf in neue Länder
geschichten
Gossip
Momentaufnahmen
Soundtrack des Lebens
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren