„Hooked on a feeling“
Lärm, Geknatter, was ist das? Sie schlägt die Augen auf, schaut durch das Fenster nach draußen. Wieder ein trister, regnerischer Tag… ihre Laune kippt und sie weiß, heute wird ein beschissener Tag.
Sie rollt sich langsam aus dem Bett, schlurft in die Küche, setzt Kaffee auf und schlendert ins Bad um duschen zu gehen. Normalerweise helfen ein Kaffee und eine kalte Dusche immer, ihre Stimmung zu heben. Doch heute, ist eben alles anders, das hatte sie sich ja schon gedacht, als sie wach wurde. Sie dreht am Duschknopf und…-es passiert nichts! Kein Tropfen! -… Ob dies, mit dem allgegenwärtigen Lärm vor ihrem Haus zu tun hat? Wahrscheinlich!
Sie hört auch schon die Bauarbeiter, wie sie den vorübergehenden Frauen hinterher pfeifen. Diese hirnlosen Proleten denkt sie und ist auf Krawall aus.
Sie geht ans Fenster brüllt einen dummen Spruch in Richtung verdutztem Bauarbeiter, kippt ihren Kaffee in einem Zug. Natürlich wie könnte es anders sein, verbrennt sie sich den Gaumen, flucht und geht in ihr Zimmer, um sich anzuziehen. Sie sucht was chices, mit dem Hang leicht sexy zu wirken. Denn in diesen Klamotten fühlt sie sich sicher, vielleicht auch etwas überlegen. Und das braucht sie heute. Irgendwie muss sie den Tag ja überstehen, ihn besser werden lassen…. Sie ist immer noch müde. Setzt sich auf ihr Bett. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass sie schon viel zu spät ist und ihre Straßenbahn in fünf Minuten kommt. Sie nimmt ihre Tasche, ohne zu überprüfen, ob ihr Schlüssel in dieser ist und rennt los.
Keuchend erreicht sie die Bahn. Na wenigstens das hat geklappt, denkt sie.
Sie setzt sich auf einen der leeren Plätze, packt ein Buch aus und beginnt zu lesen. Offensichtlich passt sich ihre Mimik dem Inhalt des Buches an.
„Ist es so schlimm?“ hört sie eine warme, tiefe Stimme fragen.
Sie reagiert nicht. Zu oft, wurde sie schon von gelangweilten, alten, notgeilen Typen angesprochen.
„Also, wenn du weiterhin so finster guckst, bleibt da eine kleine Falte auf der Stirn.“
Na toll, der Typ weiß ja wie man mit Frauen umgehen muss, denkt sie, muss aber gleichzeitig schmunzeln. Denn irgendwie gefällt ihr was sie aus den Augenwinkeln sieht.
Sie schaut hoch, „Du musst es ja wissen!“
Er lacht und fragt, was sie denn zu tun hätte, ob sie vielleicht Zeit hätte, ihm die Stadt zu zeigen, da er zu Besuch sei. Sie überlegt… was sie sieht ist ein großgewachsener attraktiver Mann, genau ihr Typ, doch will sie im Moment einen Mann um sich haben? Hatte sie sich nicht vorgenommen, flüchtige Bekanntschaften hinter sich zu lassen und wieder an ernsthaften Beziehungen zu arbeiten. Sie, die leicht verträumte junge Frau, die immer noch an die eine Liebe glaubt, obwohl sie schon so oft enttäuscht
wurde…
„Hallo, bist du noch da?“
„Ach, sorry, ich war völlig in Gedanken.“,
„Habe ich gemerkt“ er grinst süffisant. „Und, gehen wir in die Stadt?“
Es beginnt zu regnen, so stark, dass sich auf der ganzen Straße ein Wasserfilm bildet, der in der wiederkehrenden Sonne, wie ein großer See glitzert. Passanten bringen sich in Sicherheit und suchen Möglichkeiten sich unterzustellen. Jetzt hat sie noch weniger Lust die Straßenbahn zu verlassen. Sie stöhnt, versucht sich rauszureden, doch er lässt sich nicht vertreiben.
„So ist es eh viel gemütlicher, um sich kennen zu lernen, wir fahren einfach mit der Bahn bis zur Endstelle, dann sehen wir weiter…falls du dann immer noch so grimmig schaust, verschwinde ich ohne ein Wort.“
Er lächelt und sie merkt, wie sich langsam aber sicher eine wohlige Wärme in ihr breit macht.
SIE, das ist übrigens Hannah. Ende zwanzig, Single und noch gar nicht angekommen. Sie studiert, wohnt immer noch in einer typischen StudentenWG, eigentlich sollte alles anders sein. Früher dachte Hannah
immer, mit Mitte zwanzig sei sie in einer festen Beziehung, hätte einen doch rentablen Job und wäre glücklich in ihrer 80 qm Wohnung mit Seeblick.
Die Realität ist eine andere. Keine schöne Wohnung, kein Mann, keinen Job nicht mal eine kleine Katze hat sie.
„Ok, wagen wir es, ich hab ja sonst nichts zu tun!“ -Er grinst siegessicher, hatte er doch genau auf diese
Antwort gewartet.
Sie fahren einige Stationen, die Gespräche sind gut, zu gut. Sie verstehen sich, haben die gleichen Ansichten, er stimmt ihr des Öfteren nickend zu. Sie fängt an zu zweifeln, so was kommt nicht oft vor, dass man jemanden mit derselben Wellenlänge trifft. Sie unterhalten sich über Gott und die Welt, keine oberflächlichen Themen, es sind tiefgründige Gespräche.
Hannah ist fasziniert. Wo war dieser Mann die ganze Zeit? Der Tag scheint doch eine gute Wendung zu nehmen. Sie lächelt. Die Bahn fährt die nächste Haltestelle an.
„ Warte einen Moment, geh ja nicht weg!“ Der Unbekannte, rennt aus der Tür, über die Straße zum Büdchen in der Bolker Straße und kauft eine Flasche Merlot. Da eine Straßenbahn höchstens ein bis zwei Minuten an einer Haltestelle ausharrt, gibt er dem Verkäufer hastig das Geld und springt grade noch in die schon anfahrende Bahn.
„Gläschen Wein?“ Er guckt ihr tief in die Augen und streckt ihr hoffnungsvoll den Wein entgegen.
„Gerne. Guter Geschmack, der Herr. Wie heißt du eigentlich?“
Hannah schmunzelt und während ihr der Song „Hooked on a feeling“ durch den Kopf schwirrt, bemerkt sie, dass dieser Tag der Anfang von etwas Gutem sein könnte. Sie greift nach der Flasche, nimmt einen großen Schluck um sich Mut anzutrinken, denn sie ist schüchtern und beugt sich nach vorne um ihn auf die Wange zu küssen…
Lärm, Geknatter, was ist das? Sie schlägt die Augen auf.
„Frölein, mir mün jetze mol an ihr Chuchifenschterli.“ (Anmerkung: Zwecks Heimatsgefühle)
Sie streckt sich, reibt sich den Sand aus den Augen, bemerkt, dass sie immer noch im Schlaf-t-shirt und ungeduscht ist. Seufzt.
Alles nur ein Traum.
Sie rollt sich langsam aus dem Bett, schlurft in die Küche, setzt Kaffee auf und schlendert ins Bad um duschen zu gehen. Normalerweise helfen ein Kaffee und eine kalte Dusche immer, ihre Stimmung zu heben. Doch heute, ist eben alles anders, das hatte sie sich ja schon gedacht, als sie wach wurde. Sie dreht am Duschknopf und…-es passiert nichts! Kein Tropfen! -… Ob dies, mit dem allgegenwärtigen Lärm vor ihrem Haus zu tun hat? Wahrscheinlich!
Sie hört auch schon die Bauarbeiter, wie sie den vorübergehenden Frauen hinterher pfeifen. Diese hirnlosen Proleten denkt sie und ist auf Krawall aus.
Sie geht ans Fenster brüllt einen dummen Spruch in Richtung verdutztem Bauarbeiter, kippt ihren Kaffee in einem Zug. Natürlich wie könnte es anders sein, verbrennt sie sich den Gaumen, flucht und geht in ihr Zimmer, um sich anzuziehen. Sie sucht was chices, mit dem Hang leicht sexy zu wirken. Denn in diesen Klamotten fühlt sie sich sicher, vielleicht auch etwas überlegen. Und das braucht sie heute. Irgendwie muss sie den Tag ja überstehen, ihn besser werden lassen…. Sie ist immer noch müde. Setzt sich auf ihr Bett. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass sie schon viel zu spät ist und ihre Straßenbahn in fünf Minuten kommt. Sie nimmt ihre Tasche, ohne zu überprüfen, ob ihr Schlüssel in dieser ist und rennt los.
Keuchend erreicht sie die Bahn. Na wenigstens das hat geklappt, denkt sie.
Sie setzt sich auf einen der leeren Plätze, packt ein Buch aus und beginnt zu lesen. Offensichtlich passt sich ihre Mimik dem Inhalt des Buches an.
„Ist es so schlimm?“ hört sie eine warme, tiefe Stimme fragen.
Sie reagiert nicht. Zu oft, wurde sie schon von gelangweilten, alten, notgeilen Typen angesprochen.
„Also, wenn du weiterhin so finster guckst, bleibt da eine kleine Falte auf der Stirn.“
Na toll, der Typ weiß ja wie man mit Frauen umgehen muss, denkt sie, muss aber gleichzeitig schmunzeln. Denn irgendwie gefällt ihr was sie aus den Augenwinkeln sieht.
Sie schaut hoch, „Du musst es ja wissen!“
Er lacht und fragt, was sie denn zu tun hätte, ob sie vielleicht Zeit hätte, ihm die Stadt zu zeigen, da er zu Besuch sei. Sie überlegt… was sie sieht ist ein großgewachsener attraktiver Mann, genau ihr Typ, doch will sie im Moment einen Mann um sich haben? Hatte sie sich nicht vorgenommen, flüchtige Bekanntschaften hinter sich zu lassen und wieder an ernsthaften Beziehungen zu arbeiten. Sie, die leicht verträumte junge Frau, die immer noch an die eine Liebe glaubt, obwohl sie schon so oft enttäuscht
wurde…
„Hallo, bist du noch da?“
„Ach, sorry, ich war völlig in Gedanken.“,
„Habe ich gemerkt“ er grinst süffisant. „Und, gehen wir in die Stadt?“
Es beginnt zu regnen, so stark, dass sich auf der ganzen Straße ein Wasserfilm bildet, der in der wiederkehrenden Sonne, wie ein großer See glitzert. Passanten bringen sich in Sicherheit und suchen Möglichkeiten sich unterzustellen. Jetzt hat sie noch weniger Lust die Straßenbahn zu verlassen. Sie stöhnt, versucht sich rauszureden, doch er lässt sich nicht vertreiben.
„So ist es eh viel gemütlicher, um sich kennen zu lernen, wir fahren einfach mit der Bahn bis zur Endstelle, dann sehen wir weiter…falls du dann immer noch so grimmig schaust, verschwinde ich ohne ein Wort.“
Er lächelt und sie merkt, wie sich langsam aber sicher eine wohlige Wärme in ihr breit macht.
SIE, das ist übrigens Hannah. Ende zwanzig, Single und noch gar nicht angekommen. Sie studiert, wohnt immer noch in einer typischen StudentenWG, eigentlich sollte alles anders sein. Früher dachte Hannah
immer, mit Mitte zwanzig sei sie in einer festen Beziehung, hätte einen doch rentablen Job und wäre glücklich in ihrer 80 qm Wohnung mit Seeblick.
Die Realität ist eine andere. Keine schöne Wohnung, kein Mann, keinen Job nicht mal eine kleine Katze hat sie.
„Ok, wagen wir es, ich hab ja sonst nichts zu tun!“ -Er grinst siegessicher, hatte er doch genau auf diese
Antwort gewartet.
Sie fahren einige Stationen, die Gespräche sind gut, zu gut. Sie verstehen sich, haben die gleichen Ansichten, er stimmt ihr des Öfteren nickend zu. Sie fängt an zu zweifeln, so was kommt nicht oft vor, dass man jemanden mit derselben Wellenlänge trifft. Sie unterhalten sich über Gott und die Welt, keine oberflächlichen Themen, es sind tiefgründige Gespräche.
Hannah ist fasziniert. Wo war dieser Mann die ganze Zeit? Der Tag scheint doch eine gute Wendung zu nehmen. Sie lächelt. Die Bahn fährt die nächste Haltestelle an.
„ Warte einen Moment, geh ja nicht weg!“ Der Unbekannte, rennt aus der Tür, über die Straße zum Büdchen in der Bolker Straße und kauft eine Flasche Merlot. Da eine Straßenbahn höchstens ein bis zwei Minuten an einer Haltestelle ausharrt, gibt er dem Verkäufer hastig das Geld und springt grade noch in die schon anfahrende Bahn.
„Gläschen Wein?“ Er guckt ihr tief in die Augen und streckt ihr hoffnungsvoll den Wein entgegen.
„Gerne. Guter Geschmack, der Herr. Wie heißt du eigentlich?“
Hannah schmunzelt und während ihr der Song „Hooked on a feeling“ durch den Kopf schwirrt, bemerkt sie, dass dieser Tag der Anfang von etwas Gutem sein könnte. Sie greift nach der Flasche, nimmt einen großen Schluck um sich Mut anzutrinken, denn sie ist schüchtern und beugt sich nach vorne um ihn auf die Wange zu küssen…
Lärm, Geknatter, was ist das? Sie schlägt die Augen auf.
„Frölein, mir mün jetze mol an ihr Chuchifenschterli.“ (Anmerkung: Zwecks Heimatsgefühle)
Sie streckt sich, reibt sich den Sand aus den Augen, bemerkt, dass sie immer noch im Schlaf-t-shirt und ungeduscht ist. Seufzt.
Alles nur ein Traum.
Sprachkürze gibt Denkweite - 20. Jan, 13:17






