Momentaufnahmen

27
Nov
2010

Ein Song, zwei Jahreszeiten und das Gefühl...

Es ist kalt, verdammt kalt.Der erste kalte Tag des diesjähigen Herbstes. Von einem auf den anderen Tag ein Temperaturunterschied von 10 Grad. Es fröstelt mich. Schaue ich aus dem Fenster sehe ich bunte Blätter, einen braunen dem Herbst entsprechenden Garten und einen mit Wolken behangenen grauen Himmel.

Seit Tagen macht sich in mir schon so ein komisches Gefühl breit, doch heute ist es da. Ein Gefühl das mich jedes Jahr um diese Zeit einholt, wenn ich Single bin. Es ist keine richtige Traurigkeit, dennoch ist da etwas, was ich nicht genau deuten kann.



Diese Jahreszeit lässt einen an den vergangenen Sommer denken, der zwar in diesem Jahr recht kurz ausfiel, da er die meiste Zeit am Schreibtisch verbracht wurde, dennoch schön war. Sie zwingt einen aber auch an die kommenden Monate zu denken. Es werden kalte trübe Monate sein, Monate in denen man sich dreimal überlegen wird das Haus zu verlassen. Es sind die Herbst- und Wintermonate in denen man nicht alleine sein will. Nicht weil es einen selbst sonderlich stört, sondern weil da eben dieses Gefühl entsteht.

Der Herbst, der Winter beginnt eine ganz andere Farbe einzunehmen, ist man nicht allein. Trotz der Kälte, der Dunkelheit scheint irgendwie alles zu strahlen. Man könnte ungezwungen, ohne komische Blicke im Rücken über einen der vielen Weihnachtsmärkte schlendern. Denn verdammt, warum scheinen dieses Privileg nur glückliche Paaren zu haben?!

Haben sie sich schon einmal zur Weihnachtszeit auf der Straße umgesehen? Ich bin mir nicht sicher, ob es nur mir so geht...ich sehe jedenfalls nur noch kleine Kinder, die mit großen strahlenden Augen die Spielsachen in den Schaufenstern anschauen und Paare. Paare die demonstrativ zeigen, dass sie zusammen sind dass alles perfekt ist, dass ihnen dieser Winter nichts anhaben kann. Und nicht, dass das allein schon reichen würde, an jeder Ecke wird man mit Whams „Last Christmas“ oder Celine Dion beschallt.



Ich habe weiß Gott nichts gegen diese Zeit, im Gegenteil ich liebe den Geruch von Tee, Glühwein und Plätzchen, ich liebe es mich mit genau diesen Gaumenfreuden auf mein Sofa zu setzen, ein Buch zu lesen, dem Wettertreiben durch das Fenster zuzusehen, mich mit Freunden zu treffen, mir warme Klamotten anzuziehen und lange Winterspaziergänge zu machen. Ich liebe Weihnachten mit all seinen Traditionen. Das schmücken des Baumes, die alljährlich wiederkehrenden Familienstreitereien, die keiner ernst nehmen darf, den Schnee... All das Liebe ich und trotzdem wird mir durch die Umwelt, den Einzelhandel irgendwie das Gefühl vermittelt nicht dazu zugehören. Nicht an diesen Monaten des Jahres teilnehmen zu dürfen...



P.S Im Supermarkt unseres Dorfes in dem ich vor gut einer Stunde Kaffee gekauft habe lief Wham.

Jetzt weiß ich, wie dieses Gefühl in mir hervorgerufen wurde. Verdammter Supermarkt!
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